Buy one, get one free! – Die Überraschung meines Lebens

Buy one, get one free!

Meine Schwangerschaft kommt mir so vor als wäre sie schon Jahre her. Auch wenn es ja das schönste ist was einer Frau widerfahren kann war sie für mich nur so mittel schön. Mittel passt ganz gut. So ziemlich genau mit der großen Überraschung des „buy one get one free“ trat dann auch direkt das ein was man kennt wenn man den Bauch mal wieder nicht voll genug kriegen konnte.

Die Übelkeit …

… sie war echt mies und leider auch sehr hartnäckig. Es tröstete mich jeder mit den Worten "nach den ersten zwölf Wochen wird es besser", wurde es aber nicht. Es war mal mehr mal weniger schlimm aber so richtig gut war es nie. Zeitweise konnte ich nicht mal mehr einkaufen gehen, weil es nicht so gut ankommt wenn man im Supermarkt deines Vertrauens würgend vor den Regalen hängt. Ich hatte 2 Wochen bevor ich wusste, dass ich schwanger bin einen Bandscheibenvorfall diagnostiziert bekommen, von daher war ich leider auch immer von Rückenschmerzen geplagt.

 

Also an Beschwerden hatte ich ziemlich viel zu bieten. Mein Wochenhoch hatte ich immer nach dem  Besuch meiner Physiotherapeutin. Natürlich gab es auch schöne Momente, in der Mitte des zweiten Trimesters wenn man merkt, dass sich da was bewegt, dass das deine Babys sind. Wenn man sich immer wieder bewusst machen muss, dass da wirklich zwei drin sind. Das war was ganz Besonderes oder wenn ich mit V in der Badewanne lag und er seine Geschwister zum treten animierte und er sich daraufhin scheckig lachte, das war schön und natürlich die ganze Vorfreude, diese Aufregung auf das Ungewisse auch.

»oh Muddi, bitte in die zwei«

Die Arztbesuche waren leider weitaus häufiger und haben mich irgendwann gelangweilt. Am Anfang hab ich mich riesig gefreut meine Babys zu sehen, aber gegen Schluss als ich dann von Arzt zu Arzt und von Klinik zu Klinik gepilgert bin fand ich es eher anstrengend. Das hatte damit zu tun, dass ich sehr gerne eine natürliche Geburt trotz vorangegangener Sectio gehabt hätte und dazu unterschiedliche Meinungen eingeholt habe und die Klinik finden wollte, die bereit war den Weg mit mir zu gehen. 

 

Natürlich hat mir jeder gesagt, dass Zwillinge ja immer früher kommen und auch für den Fall musste die Anmeldung in einer Klinik mit Perinatalzentrum Level 1 natürlich auch sein. Eine hätte ja gereicht, aber nein in 3 unterschiedlichen war ich dann letztendlich. Wie ihr seht ich wollte alles richtig machen, gestresst war ich dadurch nicht, beruhigt war ich und hab mich sicher gefühlt. Für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Die Kliniktasche mit sämtlichen unnötigen Sachen war natürlich auch bei Zeiten gepackt. Es konnte ja jederzeit losgehen. Das tat es aber glücklicherweise noch lange nicht.

 

Als ich dann die 37. Schwangerschaftswoche erreicht hatte, konnte ich mich dann tatsächlich sogar in meiner Wunschklinik vorstellen – Schwangere  werden dort erst ab 36+1 zur Geburt aufgenommen, da es keine Kinderklinik im Haus gibt. Die Freude war echt groß, denn so hatten wir nur 5 Minuten Fahrzeit statt zur anderen Klinik 35 min. Außerdem waren sie sehr pro natürliche Geburt wo die Anderen mich allesamt gern direkt mit Termin auf dem OP Tisch gehabt hätten. Ich wollte aber gern, dass meine Babys wissen wann es nach draußen geht.

Ein Baby mit Anpassungsstörung und Aufenthalt auf der Neugeborenen Intensivstation reichte mir für ein Leben.

Meine Zwillinge hatten wirklich einen langen Atem, sie hielten es tatsächlich bis zur 39. Schwangerschaftswoche aus, hätte man sie nicht angetrieben wären sie noch länger drin geblieben. In meinem Bauch lässt es sich anscheinend gut aushalten.

 

Wenn man das so liest könnte man meinen die ganze Schwangerschaft ging es nur um die Geburt. So war er aber auch zu großen Teilen. Ich bin nicht in den Genuss einer tollen Schwangerschaft gekommen und wollte immer nur dass die Zeit vorbei ist, darüber bin ich absolut nicht traurig oder enttäuscht. Ich wurde nämlich mit einem tollen Geburtserlebnis und tollen Babys für diese wirklich harte Zeit belohnt.

Und diese Dankbarkeit hat mir die erste Zeit mit den Babys so viel leichter gemacht.

 

 

Meinen Geburtsbericht gibt es bald bei motherhoodblog zu lesen.