Muddi war krank

Wie die Welt trotzdem nicht unterging

Gefühlt bin ich seit einer fiesen Mandelentzündung an Weihnachten alle 2 Wochen krank. Vermutlich liegt das an unserem kleinen Kita Besucher der als zuverlässige Bazillenschleuder dient. Glücklicherweise bleibt VP meist vom Schlimmsten verschont. Seine Nase ist zwar den ganzen Winter über nicht trocken aber bis auf ein paar Erkältungen mit Fieber hatten wir bis jetzt in dieser Saison nichts Schlimmeres zu verzeichnen.

Ich schleppte mich also die letzten Wochen so durch. Kurze, wenig erholsame Nächte tragen leider auch wenig zur Genesung bei. Ich sagte noch in unserer PEKIP Gruppe, dass ich gerade körperlich ganz dringend eine Pause zum regenerieren bräuchte. Am nächsten Tag kam dann eine E-Mail in der von einem fiesen Magen-Darm Virus, der gerade in der Kita umhergeht, gewarnt wurde. Ich dachte noch »puuuh was ein Glück ist VP heute nicht in der Kita gewesen« und war mir sicher verschont geblieben zu sein. 

Doch dann rief mich mein Mann an, er musste von der Arbeit nach Hause gehen. Ich ahnte Furchtbares.

»So ein Quatsch«

Als mein Mann dann wieder einigermaßen auf den Beinen war erwischte es mich. Eiskalt. Ich hab mich selten so hilflos und schwach gefühlt. Ich hab am ganzen Körper gezittert und meine Arme fühlten sich an wie Pudding. Ich hatte wirklich Angst meine Babys hochzunehmen so wackelig war ich auf den Beinen.

Dann lag ich da, hatte solche Angst ohne mich würde nichts laufen und hab mir zusätzlich zu meinem krank sein viele Gedanken gemacht, um meine Kinder, meinen Mann, den Hund und um den Haushalt.

So ein Quatsch! 

Wenn es laufen muss, dann läuft es. Wahrscheinlich, ziemlich sicher sogar, komplett anders als sonst. Das ist aber sowas von egal. Die Hauptsache ist doch, dass Muddi schnell wieder gesund wird. Dann sollte es selbst der perfektesten Muddi egal sein ob es zwei Tage lang nur Nudeln, Brezeln und Joghurt gibt, ob ein paar YouTube Videos mehr geschaut werden und sämtliches Spielzeuge und Klamotten auf dem Boden verteilt sind. Hauptsache den Kindern geht es gut, wenn die Eltern schon schwächeln.

 

Oft fällt es mir leider schwer meinem Mann das Ruder zu überlassen, ich meckere oft weil er Dinge anders macht als ich, oder einfach meiner Meinung nach nicht richtig. Ich bin mir dessen immer bewusst und versuche das auch zu lassen, aber es will mir einfach nicht gelingen. Ich weiß dass es sehr frustrierend und überhaupt nicht wertschätzend ist. Das ärgert mich, sehr sogar!

Glücklicherweise lässt er sich davon überhaupt nicht entmutigen oder von seinem Weg abbringen was sich in einer solchen Extremsituation wirklich bezahlt macht. Ich konnte wirklich einfach im Bett liegen und mich auskurieren. 

Manchmal ist mein Problem, dass ich das Gefühl habe habe hier die Hauptverantwortung tragen zu müssen, mich um alles kümmern zu müssen und alles steht und fällt mit mir. Vielleicht möchte ich deswegen nichts abgeben, weil es mein Ansehen, mein Werk schmälern würde? Hab ich das denn wirklich nötig? Ich dachte immer ich brauche diese Anerkennung eine gute Mutter, Ehefrau und Hausfrau zu sein nicht,da ich doch noch so viel mehr bin. Offensichtlich aber doch. Irgendwie.

Ich habe zum Beispiel seit die Babys Zuhause sind keinen Mittagsschlaf mehr gemacht, weil ich ein schlechtes Gewissen hätte. Wenn die Babys mal zusammen schlafen was sehr selten vorkommt und ich dann wirklich mal versuche die Augen zuzumachen, denke ich daran dass mein Mann ja auch keinen Schlaf nachholen kann, denke an zig Sachen die noch zu erledigen sind und denke solange nach bis ein Baby wieder wach ist.

Am Wochenende ist es ähnlich, ich komm einfach nicht zur Ruhe. Mal rausgehen, was essen gehen und einfach mal was anderes sehen, könnte ich machen aber entweder war ich die letzten Wochen krank, müde oder hatte auch da wieder ein schlechtes Gewissen. 

»und die Moral von der G'schicht?«

Was ich aus diesem derben Schlag lerne?

Öfter mal die Verantwortung abgeben, meinem Mann vertrauen und mich am Wochenende auch mal hinlegen (mit Ohropax).

 

 

Sich helfen zu lassen ist kein Zeichen von Schwäche, denn auch Muddi braucht mal ne Pause.