unser Ding

Zuckerfrei

Wir werden sehr oft damit konfrontiert, dass es bestimmt sehr schwer für uns sei beim Thema Zucker so hart zu sein, es kommt aus allen Ecken andere Eltern, Kinderarzt,  aus der Kita, vom netten Apotheker mit dem Traubenzucker … Es gibt aber nur eine klare Antwort auf diese Frage und die lautet »nein« es ist so normal für uns und unseren Sohn keinen Industriezucker zu essen, er kennt es ja nicht anders. 

Für uns war von Anfang an klar, dass wir das erste Jahr konsequent zuckerfrei ernähren wollen und es danach einfach auf uns zukommen lassen. Die Gründe dafür waren, dass wir im erweiterten familiären Umfeld ein Paar Zuckerjunkies haben und ich es schrecklich finde wie diese Kinder unterwegs sind. Es wird sich auf Zucker gestürzt als gäbe es kein Morgen mehr, die Bäckchen glühen rot und die kleinen Hände wollen immer »mehr, mehr, mehr« es werden die größten Szenen aufgeführt nur um an mehr Stoff zu kommen.

Das mag jetzt etwas überspitzt klingen, uns hat das aber sehr abgeschreckt, natürlich kann absoluter Verzicht auch dazu führen, dass man genau das Gegenteil bei den Kindern erreicht, aber jetzt nach 2,5 Jahren können wir schon ganz gut Bilanz ziehen.

Wir haben bei VP schon mit ca. 5 Monaten mit der Beikost angefangen, dadurch dass er nicht gestillt wurde war er eher immer ein schlechter Trinker, er hatte sehr oft Hunger trank dann aber oft nur ein Paar Schlückchen.  Dementsprechend kurz waren dann die Abstände zwischen den Mahlzeiten. Er war früh sehr interessiert an unserem Essen und schmatzte immer laut mit. Also versuchten wir unser Glück, ich kochte seinen ersten Pastinakenbrei – die Hebamme sagte mir, dass für den Anfang meist drei bis vier Löffel absolut ausreichen und Babys auch meistens nicht bereit sind mehr aufzunehmen, weil es ja eine total neue Sinneserfahrung ist. 

Mein Sohn sah das etwas anders, er war so begeistert davon endlich essen zu dürfen, dass er innerhalb einer Woche eine ganze Portion verputzte. Egal was wir ihm anboten er aß wirklich alles, ein absoluter Glücksfall wie ich jetzt durch die Zwillinge am eigenen Leib erfahre. 

Das zog sich so weiter und an seinem ersten Geburtstag gab es dann Knoblauchgarnelen mit Tzatziki. Es gab auch eine ziemliche fette Torte mit ordentlich Zucker, wir wollten ihn probieren lassen, er bevorzugte aber die matschigen Bananen-Dinkel-Muffins. Wir ließen die Dinge einfach so weiter laufen frei nach dem Motto »never change a running system«.

Natürlich häuften sich die Angebote an Süßigkeiten, Kuchen oder Keksen. Wir ließen ihn auch das ein oder andere Mal probieren, doch leider merkten wir schnell, dass seine Neurodermitis geplagte Haut sehr stark auf Zucker reagierte, es zeichnete sich schon früh ab, dass es bei erhöhtem Genuss von Milch- oder Fruchtzucker auch so ist, es war aber kein Vergleich! Seine »Hotspots« waren am nächsten Morgen immer feuerrot, teilweise hatte er sich über Nacht schon blutig gekratzt, es war sehr deutlich, dass das in einem Zusammenhang steht. In unserer Kita ist es so, dass komplett auf Industriezucker verzichtet wird und auch nur in Ausnahmefällen auf alternative Süßungsmittel wie Agavendicksaft zurück gegriffen wird. Für uns der absoluter Glücksgriff, wir mussten uns also dort auch gar keine Gedanken machen. In der Kita hat natürlich immer mal jemand Geburtstag, in dem Fall haben wir dann mit den Erziehern besprochen, dass VP ein Stück Kuchen oder Muffin essen darf. Wir möchten ihn ja nicht benachteiligen und wenn alle Kinder das essen, es keine Alternative gibt und er dann traurig ist? Das ist es mir dann einfach nicht wert. Ich muss es auch gar nicht erzählt bekommen, dass er was zuckriges gegessen hat, ich sehe es sowieso am nächsten Tag an seinen Ärmchen.

Mittlerweile liebt er Kuchen, wir auch! Es gibt bei uns fast jedes Wochenende was selbst gebackenes und auch hier tausche ich ganz einfach Zucker gegen Agavendicksaft aus und reduziere meistens die Hälfte des Zuckers und es hat sich wirklich noch nie jemand beschwert, dass ein Kuchen nicht lecker war. Naja … die Rote Beete Brownies waren wirklich nicht der Knaller.

Mein Mann und ich sind ziemliche Kinderschokolade Fans, wir freuen uns daher sehr wenn unser Sohn welche Geschenkt bekommt, er kommt dann freudestrahlend zu mir und sagt: »guck mal Mama ,deine Schokilade« und spielt dann lieber. Er weiss trotz seines Alters ganz genau was ihm gut tut und was nicht, wenn er unbedingt ein zweites Stück Kuchen möchte erkläre ich ihm einfach, dass der Zucker nicht gut ist für seine Haut und er versteht es. Ich weiß, dass nicht alle Kinder so verständnisvoll sind, erst recht nicht in dem Alter. Zum einen haben wirklich Glück und zum andern bin ich sehr konsequent, was mir auch nicht leicht fällt, wenn es um seine Gesundheit geht ist es um ein vieles einfacher.

die liebe Familie …

Natürlich ist es für die Großeltern und Urgroßeltern nochmal eine ganze andere Sache, sie wollen das Kind ja verwöhnen und für die die ihn sowieso nicht sehr oft sehen, ist da der einfachste Weg natürlich über Geschenke und Süßigkeiten. Kinder lieben süßes, war ja schon immer so. Ich wusste immer ganz genau wo die Süßigkeitenschublade meiner Großeltern war – prall gefüllt mit den besten Sachen – nach einem Wochenende bei Oma war dann was anderes prall gefüllt, nämlich mein Bauch. Ich durfte soviel essen wie ich wollte, zwischendurch noch ein paar Trauben und nach dem Essen natürlich noch ne große Portion Sahneeis. Ich habe es geliebt, ich glaube aber auch ohne dieses Schlaraffenland wäre ich gern zu Oma und Opa gegangen. Ich erinnere mich noch ziemlich genau als mein Papa uns nach einer Übernachtung bei meiner Tante abgeholt hat und wir während der Fahrt anhalten  mussten, weil meine Schwester und ich soviel Süßigkeiten gegessen haben, dass wir uns übergeben mussten.

Wir haben von Anfang an unsere Vorstellungen und Regeln sehr deutlich kommuniziert und auch erklärt, wollten wir nämlich nicht, dass den Kindern dann heimlich Sachen gegeben werden die wir nicht möchten. Natürlich muss man vertrauen und das tun wir, sonst würde ich die Kinder auch gar nicht bei ihren Großeltern lassen. Was wir aber auch machen sind Alternativen bieten, so gibt's von den Großeltern dann an Weihnachten statt Schokoladen Weihnachtsmann ein Auswahl an Quetschies oder kleinen Snacks. Da bin ich wirklich richtig begeistert, dass es die tollen Sachen von Freche Freunde jetzt überall zu haben gibt – alles BIO, nachhaltig und total abwechslungsreich. Vom Keks über kleine Knabberein bis hin zu VP's liebsten  Rosinen-Aprikosen Päckchen gibt's wirklich alles. Die Namen und Verpackungen sind auch total witzig und schön gemacht, kann ich wirklich nur empfehlen.

Nachdem VP letzte Woche sein erstes »richtiges« Eis hatte hat sein Papa ihn dann abends gefragt wie es ihm geschmeckt hat, er sagte dann gut, aber dass das vom Opa besser ist, der macht nämlich selber Eis aus gefrorenen Früchten und Joghurt. Wie ihr seht, es kann wirklich gut funktionieren wenn man nämlich ganz klar weiss was man will.