Wohnsituation

Baustelle

Unsere Wohnsituation ist nun schon ziemlich lange nicht mehr tragbar. Wir wohnen mit zwei Erwachsenen und 3 Kindern auf 65qm, unsere Babys krabbeln und diese Wohnung ist alles andere als kinderfreundlich und kindersicher. Das liegt zu großen Teilen natürlich am fehlenden Platz. Jede Ecke ist vollgestopft und man kann die Kinder weder im Flur noch im Schlafzimmer nur für einen Moment allein lassen. 

So schön und kuschelig für viele das Familienbett auch sein mag, wir sind sehr froh, dass wir es nach fast drei Jahren geschafft haben endlich wieder allein zu schlafen und mehr Platz zu haben. Die Zwillinge stören sich sehr und wecken sich mittlerweile gegenseitig auf, das heisst wir brauchen sehr bald noch ein drittes Bett. Aber wohin?? Momentan schlafen sie auch noch oft in der Nonomo, aber ein Dauerzustand ist auch das nicht.

Wer sich jetzt fragt warum wir denn nicht einfach umziehen, dem möchte ich gern einen kleinen Einblick in unsere aktuelle Situation geben. Wir haben vor ca. zwei Jahren ein Baugrundstück gekauft, da unser Budget sehr knapp ist ist es ein Grundstück mit einigen Besonderheiten, Besonderheiten bedeuten natürlich immer mehr Arbeit, mehr Behördenstress und natürlich mehr Probleme. Ich möchte jetzt auch gar nicht so sehr ins Detail gehen, es sieht aber so aus, dass unser Haus letztes Jahr an Weihnachten fertig sein sollte, das war absolut okay und so hätten wir nur ca. drei Monate mit den Babys in der alten  Wohnung zu überbrücken gehabt, doch leider zog sich alles noch viel länger heraus, so dass wir jetzt hoffen, dass wir es vielleicht bis Weihnachten diesen Jahres geschafft haben.

Das Schlimme ist, dass wir einfach kein Zuhause haben, wir fühlen uns so unwohl in dieser Wohnung und in unserer Situation. Das Haus und die Gegend in der wir wohnen ist für mich nicht mehr ertragbar, bevor wir in den Urlaub fuhren haben wir vor der Haustür geparkt und mein Mann half mir mit den Kindern, das ganze dauerte vllt. drei Minuten, in dieser Zeit in der wir leider kurz die Wohnungstür aufliessen ist ein Betrunkener in unsere Wohnung gelaufen und hat Babygläschen und Konserven geklaut. Das hört sich vllt. sehr harmlos an und man kann sagen

» selbst schuld, wenn ihr auch die Tür auflasst «

JA, kann man so sagen für mich aber ist es einfach ein schreckliches Gefühl, da ich mein Leben lang die größte Angst vor Einbrechern und fremden Menschen in meinem privaten Schutzraum hatte. Ich habe einen Einbruch in eine Wohnung hinter mir nach dem ich auch ausziehen musste weil ich es nicht mehr ausgehalten habe dort wohnen zu bleiben.

Ich war froh in den Urlaub zu fahren und konnte auch nach unserer Rückkehr wieder besser schlafen.

Heute morgen geht mein Mann zu unserem Auto welches auf unserem privaten Stellplatz direkt vor unserem Schlafzimmer steht und es war komplett durchgesucht, Handschuhfach offen, Sonnenblenden heruntergeklappt und die Tür war offen.

Ich bin wirklich zusammengebrochen, ich finde es so schrecklich hier zu leben, dass Gefühl so ungeschützt hier zu sein, meine Kinder dem ganzen hier auszusetzen. 

Ein Umzug in eine andere Wohnung als Zwischenlösung ist auch nicht möglich, da wir jetzt  bald schon die Raten für unser Haus zahlen müssen, zu dem kommt noch dazu dass mir meine Stunden die ich arbeiten kann gekürzt wurden, so dass auch dass natürlich wieder finanzielle Einbußen bedeutet.

Ich weiß tief im Inneren, dass wir all das schaffen und überstehen werden, wir haben nämlich schon verdammt viel hinter uns gebracht, momentan fällt es mir dennoch sehr schwer die Kraft aufzubringen daran zu glauben. Ich möchte endlich ein Zuhause haben für unsere Kinder und uns als Familie, mich sicher fühlen, ich möchte Freunde einladen können und gern zuhause sein und diesen riesengroßen Berg bewältigt wissen. Wir können momentan nicht abschalten oder an was anderes denken, es ist so unsagbar einnehmend, jeden Tag zig Telefonate führen und sich schon wieder mit neuen Problemen auseinander setzen strengt wirklich an und belastet.

 

Das Schlimmste sind eigentlich die permanenten Fragen wie weit wir denn eigentlich sind, dass es ja sicher kaum auszuhalten ist und die Feststellung, dass es ja schon verdammt lang dauert. Von manchen Leuten mag es ja nett gemeint sein, aber wenn man von der eigenen Familie und Freunden wirklich dumme Sprüche gedrückt bekommt, dann tut das am allermeisten weh.

Ungefragte, unqualifizierte Ratschläge sind das worauf wir dankend verzichten können, was wir brauchen ist Kraft, Unterstützung und Vertrauen.